Frauen helfen Frauen e.V.
Kontakt

Hansaring 32b
48155 Münster

Telefon: 0251-67666
eMail-Kontakt

 

Sprechzeiten
Montag 15 - 17 Uhr
Dienstag 10 - 12 Uhr
Mittwoch 10 - 12 Uhr
Donnerstag 16 - 18 Uhr


Spendenkonto
Sparkasse Münsterland-Ost
IBAN: DE82 4005 0150 0004 0045 86
BIC: WELADED1MST

Zum Symptom Essstörungen

Man unterscheidet unterschiedliche Formen von Essstörungen

Magersucht (Anorexia nervosa)
Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa)
Esssucht (Binge eating disorder)
Mischformen (atypische Essstörung)

Voll ausgeprägt ist allen Essstörungen gemeinsam, dass Essen nicht mehr der Nahrungszufuhr dient, sondern zum Lebensinhalt geworden ist und den Tagesablauf bestimmt.

Bei der Magersucht gelten folgende diagnostische Hinweise

  • Gewichtsverlust von 20% innerhalb kurzer Zeit (ca. 3-4 Monate) z.B. 12 kg bei ursprünglichen 60 kg und einer Größe von 1,70 m
  • Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt durch streng kontrollierte und eingeschränkte Nahrungsaufnahme, übertriebene körperliche Aktivitäten, selbst induziertes Erbrechen oder Abführen (anfallartig)
  • Ständiges, übertriebenes gedankliches Kreisen um Nahrung und Körperschema.
  • Extreme Angst vor Gewichtszunahme
  • Körperschemastörung (der eigene Körper wird immer als fett wahrgenommen, auch wenn schon deutliches Untergewicht besteht)
  • Perfektionismus
  • Hyperaktivität
  • Fehlende Krankheitseinsicht
  • Ausbleiben der Monatsblutung

Typische Verhaltensweisen bei Magersucht sind

  • Fehlender Kontakt zum Körper und dessen Bedürfnissen.
  • Der Körper wird als Feind erlebt und bekämpft
  • Ständiges Wiegen und sich zu dick fühlen
  • Der Kopf kontrolliert und steuert
  • Kontrolle vermittelt das Gefühl, autonom und selbständig zu sein.
  • Manchmal übertriebene Sparsamkeit und extremer Reinlichkeitssinn, Ablehnung jeglicher lustbetonter Betätigung, eine ausgesprochen spartanische Lebensweise.
  • Rückzugsverhalten
  • Schwarzweißdenken und depressive Verstimmungen.
  • Ritualisiertes Essverhalten
  • Extrem langsames Essen, extrem heiß oder kalt essen
  • Verzehr von Baby- oder Kindernahrung, breiige Kost
  • Bevorzugung von kalorienarmen Nahrungsmitteln und Getränken, meist sehr einseitige Nahrungsauswahl
  • Essen vortäuschen, kauen und ausspucken
  • Kochen, backen, Rezepte sammeln und andere zum Essen animieren
  • Vieles im Stehen machen
  • Sich Kälte aussetzen
  • Exzessiv Sport treiben
  • Tragen von schweren Taschen/Rucksäcken
  • Die Betroffenen verweigern sich über lange Zeit, sich ihre Krankheit einzugestehen

Bei der Bulimie sind folgende diagnostischen Hinweise relevant

  • Andauernde, übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht
  • Krankhafte Furcht davor, dick zu werden
  • Scharf definierte, sehr niedrige persönliche Gewichtsgrenze
  • Mindestens zwei Essattacken pro Woche in einem Zeitraum von über drei Monaten.
  • Dabei schnelle Aufnahme großer Mengen meist leicht verzehrbarer und kalorienreicher Nahrungsmittel
  • Das Gefühl des Kontrollverlustes über das Essverhalten während der Anfälle.
  • Im Anschluss versuchtes Rückgängigmachen der Kalorienzufuhr über:
    • selbst herbeigeführtes Erbrechen
    • Medikamentenmissbrauch (z.B. Abführmittel, Entwässerungstabletten…),
    • strenge Diäten / Fastenphasen
    • übermäßige körperliche Betätigung

Typische Verhaltensweisen bei Bulimie sind

  • Essverhalten in der Öffentlichkeit ist kontrolliert
  • Auswahl von light- und fettarmen Produkten für die Mahlzeiten, die "offiziell" gegessen werden und im Körper bleiben
  • Trennen in erlaubte und verbotene Lebensmittel
  • Einkauf großer Mengen billiger, leicht verzehrbarer Lebensmittel für die Essanfälle
  • Schlingendes Essen bei den Essanfällen
  • Horten von Lebensmitteln mit gleichzeitiger Angst davor, Lebensmittel zu Hause zu haben
  • Keine geregelten Mahlzeiten
  • Nach außen hin funktioniert alles perfekt, die Fassade stimmt
  • Bulimie ist schambesetzt und heimlich
  • Selbstekel, das Gefühl, abnorm zu sein
  • Soziale Isolation, Vernachlässigung von Interessen, depressive Verstimmungen
  • Viele sportliche Aktivitäten

Vom äußeren Erscheinungsbild sind bulimische Frauen und Mädchen scheinbar normal, meist schlank. Sie sind sehr gepflegt und ehrgeizig. Es ist kaum zu erkennen, dass sie Probleme haben.

Mögliche diagnostische Hinweise für eine Binge eating disorder sind

  • Wiederkehrende Episoden von Heißhungeranfällen (mind. 2 pro Woche über sechs Monate). Diese Anfälle werden als zwanghaft und hemmungslos erlebt. Bei einem Essanfall verschlingen Betroffene eine enorm große Nahrungsmenge in relativ kurzer Zeit. Danach plagen Schuldgefühle, Depressionen und Selbstvorwürfe das bereits angekratzte Selbstbewusstsein.
  • Die Episoden der Essanfälle treten mit mindestens drei der folgenden Symptome auf:
    • Übermäßig schnelles Essen, Schlingen
    • Essen bis zu einem belastenden Völlegefühl
    • Essen von großen Nahrungsmengen ohne körperliches Hungergefühl
    • Allein essen aus Scham
    • Ekel, depressive Verstimmungen und Schuldgefühle nach dem Essen
    • Die bei den Essanfällen aufgenommene Nahrung wird im Körper behalten; Aktivitäten, um die Kalorien auszuscheiden oder abzutrainieren, bleiben aus.

Typische Verhaltensweisen bei Binge eating disorder sind

  • Häufige Heißhungeranfälle, dabei werden große Mengen von Lebensmitteln verzehrt.
  • Gestörtes Essverhalten zwischen den Essanfällen (abwechselnd restriktives und unkontrolliertes Essen)
  • Fehlende Regelmäßigkeit bei der Ernährung
  • Häufiges Diäthalten und Abbruch von Diäten
  • Störung der Hunger- und Sättigungswahrnehmung
  • Geringe körperliche Bewegung und Aktivität
  • Bevorzugen bewegungsarmer Freizeitbeschäftigungen wie fernsehen und Computer spielen
  • Herunterschlucken von Gefühlen (Ärger, Wut, Traurigkeit, Freude)
Unsere Förderer

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-WestfalenStadt Münster